Tansanisches Wochenblatt für sechs Monate gesperrt nach Bericht über Regierungsstreitigkeiten

Die tansanische Regierung hat die Lizenz einer einflussreichen Wochenzeitung für einen Zeitraum von sechs Monaten ausgesetzt. Wie das Informationsministerium am Mittwoch mitteilte, sei die Suspendierung eine Reaktion auf einen Artikel, der interne Regierungsdivisionen thematisierte und dabei gegen geltende Medienbestimmungen verstoßen habe.

Der umstrittene Bericht hatte Behauptungen über Machtkämpfe innerhalb der Regierung verbreitet, was offiziell als Verletzung der journalistischen Ethik und der Pressegesetze gewertet wurde. Das Ministerium erklärte, die Veröffentlichung habe „die nationale Einheit gefährdet“ und trage zur Verbreitung von Fehlinformationen bei. Die betroffene Zeitung hat noch keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

Die Maßnahme stößt in Beobachterkreisen auf scharfe Kritik. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer weiteren Einschränkung der Pressefreiheit in Tansania. In den letzten Jahren wurden bereits mehrfach Medien durch behördliche Eingriffe temporär stillgelegt, insbesondere wenn sie politisch sensible Themen ansprachen.

Kritiker sehen in dem Vorgehen einen Versuch, unliebsame Berichterstattung zu unterdrücken und die öffentliche Debatte einzuschränken. Internationale Journalistenverbände haben zuvor wiederholt Bedenken hinsichtlich des sich verschlechternden Umfelds für unabhängige Medien im ostafrikanischen Land geäußert.

Quellen: Africanews EN