Der bislang ungeklärte Brandanschlag auf ein jüdisches Seniorenheim in München im Jahr 1970 ist nach jahrelangen Ermittlungen endlich aufgeklärt. Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte, dass ein rechtsextremer Tatverdächtiger namens Bernd V. für den Anschlag verantwortlich war. Der mutmaßliche Täter, der bereits vor Jahrzehnten in rechtsextremen Kreisen bekannt war, ist mittlerweile verstorben, sodass strafrechtliche Konsequenzen ausgeschlossen sind.
Am 12. März 1970 brannte das jüdische Seniorenheim in der Münchner Blumenstraße völlig aus. Sieben ältere Menschen kamen bei dem Feuer ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Der Anschlag galt lange als eines der dunkelsten Kapitel rechtsextremer Gewalt in der Nachkriegsgeschichte Bayerns. Trotz umfangreicher Ermittlungen blieb der Fall jahrzehntelang ungeklärt – bis nun neue Beweise und Zeugenaussagen den entscheidenden Durchbruch brachten.
Laut Ermittlungsakten war Bernd V. bereits frühzeitig im Visier der Fahnder, konnte aber nie hinreichend belastet werden. Erst durch akribische Recherchen des SPIEGEL und anschließende forensische Überprüfungen konnten die Behörden den Tatverdacht eindeutig erhärten. Die Generalstaatsanwaltschaft spricht von einem „historischen Versäumnis“, das nun zumindest inhaltlich aufgearbeitet sei.
Die jüdische Gemeinde in München begrüßte die Aufklärung des Falls, betonte aber zugleich, dass Gerechtigkeit für die Opferfamilien zu spät komme. „Dieser Tag ist kein Sieg, sondern eine bittere Bestätigung dessen, was viele schon lange wussten“, sagte ein Sprecher der Israelitischen Kultusgemeinde. Die bayerische Landesregierung kündigte an, die Ereignisse im Rahmen der NS-Vergangenheitsaufarbeitung neu zu dokumentieren.
Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen, T-Online Nachrichten