Anschlag auf jüdisches Altenheim in München nach 56 Jahren offenbar aufgeklärt

Der tödliche Brandanschlag auf die Israelitische Kultusgemeinde in München im Februar 1970, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen, ist nach mehr als fünf Jahrzehnten möglicherweise aufgeklärt. Die Generalstaatsanwaltschaft hat einen Tatverdächtigen ermittelt, wie mehrere Medien unter Berufung auf Ermittlungskreise berichten. Es handelt sich um einen heute 81-jährigen Mann, der damals 25 Jahre alt war und als überzeugter Neonazi galt. Ausschlaggebend für die neue Spur sei ein damals abgegebenes Geständnis gewesen, das lange unbeachtet blieb.

Der Anschlag hatte am 23. Februar 1970 in der Münchner Herzogstraße stattgefunden, wo sich das jüdische Altenheim befand. Ein Sprengsatz aus Spiritus und Benzin wurde in der Nacht in einem Kellerraum gezündet, das Feuer breitete sich rasch aus. Unter den Toten waren sechs Bewohner und eine Krankenschwester. Die Tat galt jahrzehntelang als ungeklärtes Verbrechen aus der Zeit rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik.

Nach den neuen Erkenntnissen soll der Verdächtige damals in einem Verhör angegeben haben, er habe „Juden anzünden“ wollen. Diese Aussage wurde nun durch archivierte Akten erneuert ausgewertet. Die Ermittler sehen sich nach intensiven Recherchen überzeugt, dass der Mann die Tat begangen hat. Ob Anklage erhoben wird, ist noch unklar – die Verjährungsfrist für Mord ist zwar unbegrenzt, doch Beweise aus der damaligen Zeit sind rar.

Quellen: FAZ Online, ARD Tagesschau – Inland