Historisches Niedrigwasser: Oder-Pegel in Frankfurt fällt auf Rekordtief

Die Oder steht in Brandenburg vor einer hydrologischen Besonderheit: Am Mittwoch erreichte der Pegelstand in Frankfurt (Oder) an einer Messstelle nur noch 79 Zentimeter – den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch an der zweiten Messstelle nähert sich der Wasserstand einem historischen Minimum, was auf anhaltende Trockenheit und mangelnde Niederschläge in der Region zurückzuführen ist.

Das niedrige Wasser führt bereits zu Problemen in der Binnenschifffahrt. Frachtschiffe müssen ihre Ladung reduzieren oder Routen anpassen, um nicht auf Grund zu laufen. Umweltschützer äußern zudem Sorge über die Auswirkungen auf Fischbestände und aquatische Pflanzen, die auf ausreichend fließendes, sauerstoffreiches Wasser angewiesen sind. Langfristig könnte das Niedrigwasser auch die Trinkwasserversorgung beeinträchtigen, wenn keine signifikanten Regenfälle folgen.

Die Landesumweltbehörde beobachtet die Lage intensiv und arbeitet mit benachbarten Bundesländern sowie polnischen Partnern zusammen, da die Oder grenzüberschreitend verläuft. In den vergangenen Jahren war die Region wiederholt von Dürreperioden betroffen, was Experten als Indiz für den fortschreitenden Klimawandel werten. Die Brandenburger Landesregierung erwägt langfristig Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserspeicherung und -bewirtschaftung.

Quellen: Der Tagesspiegel