Stade: Täter war ausreisepflichtig – CDU fordert Aufklärung nach Amoklauf

Der tödliche Angriff in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade Ende Juni wirft weiterhin schwerwiegende Fragen zur Arbeit der Ausländerbehörden in Niedersachsen auf. Wie nun bekannt wurde, war der mutmaßliche Täter zum Zeitpunkt der Tat ausreisepflichtig, hatte aber weiterhin Aufenthalt im Bundesland. Dieser Umstand sorgt für politische Empörung, insbesondere innerhalb der niedersächsischen CDU.

Die Partei fordert eine lückenlose Untersuchung, warum der Mann trotz ausreisepflichtigem Status nicht abgeschoben wurde. „Es kann nicht sein, dass ein Mensch mit solch einem Hintergrund und rechtskräftigem Abschiebebescheid weiterhin in unserer Mitte leben kann, ohne angemessen überwacht zu werden“, erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Er spricht von einem möglichen Systemversagen in der Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Polizei und Ausländerbehörden.

Die betroffene Einrichtung in Stade, in der sechs Beschäftigte der Jugendhilfe getötet wurden, steht seit der Tat unter Schock. Trauerbegleiter und psychologische Betreuung sind vor Ort, um Betroffene zu unterstützen. Die Hintergründe der Tat werden weiterhin von der Staatsanwaltschaft untersucht, die Ermittlungen dauern an.

Die Landesregierung hat eine interne Prüfung angekündigt, um mögliche Schwachstellen im Asyl- und Abschiebemanagement zu identifizieren. Gleichzeitig wird befürchtet, dass der Fall zu einer weiteren Polarisierung in der Flüchtlingsdebatte führen könnte. Die Opfer des Angriffs werden in einer Gedenkveranstaltung in Stade geehrt, zu der Angehörige, Kollegen und Politiker erwartet werden.

Quellen: Welt Online