Die nigerianische Bundesregierung hat angekündigt, versuchte Selbsttötung im Land zu entkriminalisieren. Gesundheitsminister Ali Pate erklärte, die Reform solle dazu beitragen, die Zahl der Suizidversuche und -todesfälle bis 2030 um 15 Prozent zu senken. Derzeit wird versuchte Selbsttötung in Nigeria nach kolonialen Gesetzesbestimmungen strafrechtlich verfolgt, was Betroffene oft davon abhält, Hilfe zu suchen.
Pate betonte, dass psychische Gesundheit endlich als öffentliches Gesundheitsanliegen anerkannt werden müsse. Die Entkriminalisierung sei ein entscheidender Schritt hin zu einer menschenwürdigen und medizinisch fundierten Betreuung von Menschen in psychischen Krisen. Stattdessen solle verstärkt auf Prävention, Aufklärung und den Ausbau psychosozialer Dienste gesetzt werden.
Reform als Teil größerer Gesundheitsstrategie
Die Initiative ist Teil eines breiteren Vorstoßes zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung im Land. Expert:innen begrüßen die Maßnahme als lang überfällige Modernisierung des Rechtssystems. In einem Land mit begrenztem Zugang zu psychologischer Unterstützung könnte die Abschaffung strafrechtlicher Sanktionen dazu führen, dass mehr Menschen sich trauen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen: Africanews EN