Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat schwere Vorwürfe gegen russische Paramilitärs in Mali erhoben. Wie HRW am Donnerstag berichtete, sollen Mitglieder der von Russland unterstützten Gruppe bei einem Militäreinsatz im Zentralen Mali mindestens neun Zivilisten getötet haben. Der Einsatz habe sich gegen bewaffnete Gruppen gerichtet, doch die Opfer seien unbewaffnete Dorfbewohner gewesen, darunter Frauen und ältere Menschen.
Mali leidet seit 2012 unter einer anhaltenden Sicherheitskrise, die durch Aktivitäten von Dschihadisten, die mit Al-Qaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat verbunden sind, sowie durch kriminelle Banden und bewaffnete Separatisten angeheizt wird. Seit dem Rückzug französischer und UN-Truppen hat die malische Übergangsregierung verstärkt auf die russische Söldnergruppe Wagner gesetzt, um die Kontrolle über instabile Regionen wiederherzustellen. Internationale Beobachter kritisieren jedoch wiederholt schwere Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit diesen Einsätzen.
HRW fordert nun eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls und verlangt von der malischen Regierung sowie ihren internationalen Partnern, für Rechenschaft zu sorgen. Die Anschuldigungen könnten die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Mali und westlichen Staaten weiter belasten, die das Land aufgrund der Zusammenarbeit mit russischen Paramilitärs sanktioniert haben.
Quellen: Africanews EN