Nach GERD: Ägypten sieht neue Herausforderung durch geplante äthiopische Nil-Staudämme

Äthiopien plant offenbar drei neue Staudammprojekte am Blauen Nil, was bei Ägypten erneut Sorgen um seine langfristige Wasserversorgung auslöst. Diese Projekte folgen direkt auf den abschließenden Bau des Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD), dessen Füllung Kairo trotz massiver diplomatischer Bemühungen nicht verhindern konnte.

Experten zufolge markieren die neuen Infrastrukturpläne eine Fortsetzung der äthiopischen Strategie zur Nutzung der eigenen Wasserressourcen für Stromerzeugung und Entwicklung. Allerdings sehen Analysten in Kairo darin eine strategische Herausforderung, da jeder zusätzliche Damm die Flussmenge des Nils in Ägypten weiter reduzieren könnte – ein existenzielles Problem für ein Land, das zu mehr als 90 Prozent vom Nilwasser abhängt.

Bisher hat Äthiopien die Pläne nicht detailliert öffentlich gemacht, doch Gespräche zwischen den beiden Ländern über gemeinsame Wassermanagementrahmen werden dringlicher denn je. Die internationale Gemeinschaft ruft zu Dialog und transparenter Kooperation auf, um Konflikte zu vermeiden. Gleichzeitig warnen Umweltexperten vor ökologischen Langzeitfolgen für das gesamte Nilbecken.

Quellen: Al Jazeera English