Rechtsmedizin in Rheinland-Pfalz: Arbeit unter besonderem Druck

Am Seziertisch in Mainz liegen am Ende alle: Opfer von Gewalttaten, Verkehrsunfällen oder ungeklärten Todesfällen. Das Institut für Rechtsmedizin an der Universitätsmedizin Mainz ist das einzige seiner Art in Rheinland-Pfalz und damit zentraler Bestandteil der kriminalistischen Aufklärung im Bundesland. Hier entschlüsseln Ärzte die letzten Spuren des Lebens – und des Todes.

Die Arbeit ist methodisch streng und emotional belastend. „Wir sehen schon heftige Sachen“, sagt ein erfahrener Rechtsmediziner, der anonym bleiben möchte. Bei jedem Fall geht es darum, die Todesursache zu klären, Verletzungsmuster zu deuten und Gericht sowie Ermittlungsbehörden mit fundierten Gutachten zu versorgen. Ob Suizid, Unfall oder Mord – die Diagnose muss eindeutig sein.

Die technische Ausstattung des Instituts ermöglicht modernste Untersuchungen, darunter toxikologische Analysen, DNA-Tests und digitale Bildgebung. Doch der Personalstand ist knapp, die Anforderungen hoch. „Jede Obduktion braucht Zeit und Konzentration. Schnellschüsse sind hier nicht möglich“, betont eine Institutsmitarbeiterin. Die Ausbildung des Nachwuchses ist daher ein wichtiges Thema.

Die Rechtsmedizin in Mainz spielt auch bei überregionalen Ereignissen eine Rolle – sei es bei Massenunfällen oder bei der Identifizierung von Opfern bei Katastrophen. Ihre Arbeit bleibt meist unsichtbar, ist aber unverzichtbar für Rechtssicherheit und Aufklärung in Rheinland-Pfalz.

Quellen: ntv – Nachrichten