Beim DFB-Pokal-Duell zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern ist es am Samstag zu massiven Ausschreitungen gekommen. Im und rund um das Carl-Benz-Stadion in Mannheim kam es zu Pyrotechnik, Platzstürmen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Lager sowie mit der Polizei. Über 100 Zuschauer und Beamte wurden verletzt, mehrere Einsatzkräfte schwer. Trotz der eskalierten Lage wurde das Spiel nach einer Unterbrechung fortgesetzt – eine Entscheidung, die nun scharf kritisiert wird.
Unter den lautesten Kritikern ist Fredi Bobic, ehemaliger Nationalspieler und langjähriger Manager. „Es muss erst jemand sterben, damit etwas passiert?“, sagte Bobic in mehreren Medieninterviews und nannte die Weiterführung des Spiels „unverständlich“ und „verantwortungslos“. Auch der stellvertretende BILD-Sportchef Walter M. Straten sprach von einer „vorhersehbaren Katastrophe“ und forderte radikale Maßnahmen seitens des Deutschen Fußballbundes (DFB).
Die Polizei in Baden-Württemberg bestätigte einen massiven Sicherheitseinsatz mit Hundertschaften aus mehreren Bundesländern. In einer Pressemitteilung sprach man von „organisierter Gewalt“ und kündigte umfangreiche Ermittlungen an. Beide Klubs distanzierten sich von den Ausschreitungen und betonten ihre Kooperationsbereitschaft mit den Behörden. Dennoch wird nun landesweit über Sicherheitskonzepte bei Großveranstaltungen diskutiert – besonders vor dem Hintergrund, dass Mannheim als Stadt in Baden-Württemberg im Fokus steht.
Die Bilder aus dem Stadion haben eine glimmende Debatte über die Sicherheit im deutschen Fußball erneut entfacht. Politiker und Sicherheitsexperten fordern nun eine Neubewertung der Zulassungsbedingungen für Spiele mit erhöhtem Risiko. In Baden-Württemberg könnte dies zu neuen Auflagen für Heimspiele von Waldhof Mannheim führen.
Quellen: Der Tagesspiegel, Welt Online, ZDF Heute – Nachrichten, ntv – Nachrichten