Tausende Flüchtlingsfamilien fliehen vor Kämpfen im nordkordofanischen Sudan

Im sudanesischen Nordkordofan haben neue Gewaltausbrüchte zu einer massiven Fluchtbewegung von Zivilisten geführt. Tausende Familien verließen ihre Heimatorte, um den Kampfhandlungen zwischen rivalisierenden Militäreinheiten zu entkommen. Laut Berichten von Hilfsorganisationen herrscht vor allem in provisorischen Lagern akute Not – insbesondere Mütter und Kinder leiden unter Lebensmittelknappheit und mangelndem Zugang zu medizinischer Versorgung.

Die Region Kordofan, bereits seit Monaten Schauplatz schwerer Auseinandersetzungen, ist weiterhin instabil. Die Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee und der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) haben die zivile Infrastruktur weitgehend zerstört. Krankenhäuser, Wasserversorgung und Nahrungsmitteldepots sind entweder beschädigt oder außer Betrieb. Die Fluchtwege der Betroffenen führen oftmals über offene Wüstengebiete, wo es kaum Schutz vor extremer Hitze und weiteren Angriffen gibt.

Internationale Hilfsorganisationen warnen vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Lage. Die Vereinten Nationen rufen zu dringenden Nothilfemaßnahmen auf, betonen jedoch gleichzeitig, dass die Sicherheitslage für Helferinnen und Helfer weiterhin äußerst riskant sei. Die UN schätzt, dass allein im Nordkordofan mehr als 100.000 Menschen innerhalb der letzten Woche ihre Häuser verlassen mussten.

Die sudanesische Krise, die im April 2023 begann, hat bereits Millionen zur Flucht gezwungen und gilt als eine der schwersten humanitären Katastrophen weltweit. Die internationale Gemeinschaft fordert wiederholt einen sofortigen Waffenstillstand, doch bisher blieben die Aufrufe weitgehend ohne Wirkung.

Quellen: Al Jazeera English