In Lettland müssen russische Staatsbürger mit Wohnsitz im Land nun grundlegende Lettischkenntnisse nachweisen – andernfalls droht ihnen die Ausweisung. Diese Maßnahme ist eine direkte Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der die Beziehungen zu der großen russischsprachigen Minderheit in Lettland verändert hat.
„Alles ist schwarz-weiß geworden“
Der lettische Menschenrechtsexperte und Politologe Nils Muižnieks beschreibt die aktuelle Situation als stark polarisiert. „Alles ist im Grunde schwarz-weiß geworden“, so Muižnieks in einem Interview mit LSM. Die neuen Sprachregelungen spiegeln die angespannte Sicherheitslage wider, die durch den Krieg in der Ukraine entstanden ist.
Die Regelung betrifft schätzungsweise mehrere zehntausend Menschen in Lettland, wo etwa ein Viertel der Bevölkerung russischsprachig ist. Kritiker befürchten, dass die Maßnahme die Spannungen innerhalb der Gesellschaft verschärfen könnte, während die Regierung sie als notwendigen Schritt zur nationalen Sicherheit und Integration verteidigt.
Quellen: LSM.lv English (Lettland)