Forscher der Technischen Universität München (TU München) haben einen bahnbrechenden Greifhandschuh entwickelt, der Patienten mit einer nahezu gelähmten Hand helfen soll, wieder greifen und alltägliche Handlungen ausführen zu können. Die neuartige Technologie kombiniert sensorbasierte Erkennung von Muskelimpulsen mit einem leichten, tragbaren Aktuator-System, das die Bewegung unterstützt.
Der Handschuh nutzt Elektromyographie (EMG), um schwache elektrische Signale aus den verbliebenen aktiven Muskeln im Unterarm zu erfassen. Diese Signale werden in Echtzeit verarbeitet und aktivieren kleine Antriebe im Handschuh, die Fingerbewegungen unterstützen. Dadurch können Betroffene – etwa nach einem Schlaganfall – wieder Gegenstände greifen, halten oder loslassen. In ersten klinischen Tests zeigten Probanden deutliche Fortschritte in der Selbstständigkeit.
Die Entwickler betonen, dass das System nicht nur therapeutisch wirken, sondern auch die Lebensqualität langfristig verbessern könne. Im Vergleich zu bisherigen Lösungen sei der Handschuh kompakt, benutzerfreundlich und für den Alltag geeignet. Die Forschungsgruppe arbeitet nun an einer Serienreife und hofft auf baldige Zulassung durch medizinische Aufsichtsbehörden. Das Projekt wird als Meilenstein in der Rehabilitationstechnologie angesehen und unterstreicht die führende Rolle der TU München in der medizintechnischen Forschung.
Quellen: heise online