Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat gemeinsam mit der VW-Betriebsratsvorsitzenden Daniela Cavallo dringenden Handlungsbedarf bei Volkswagen angemahnt. Bei einer Pressekonferenz am Sonntag betonten beide, dass derzeit in dem Konzern eher Demotivation als eine klare strategische Ausrichtung herrsche. Angesichts der anhaltenden Krise im Automobilsektor fordern sie mehr Transparenz und Planungssicherheit für die Beschäftigten an den niedersächsischen Standorten.
Lies betonte, dass die Stabilität von VW nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die gesamte Region entscheidend sei. Niedersachsen sei als Standort von großer Bedeutung für den Konzern – und müsse es auch bleiben. Die Landesregierung stehe im engen Austausch mit der Unternehmensführung, um sicherzustellen, dass Arbeitsplätze langfristig gesichert werden. Gleichzeitig appellierte er an die Konzernleitung, endlich ein überzeugendes Zukunftsbild zu präsentieren.
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kommentierte die Lage als tiefgreifend und strukturell bedingt: Es fehle nicht nur an Technologieentscheidungen, sondern an einer konsistenten Führungskultur. Die Unsicherheit unter den Beschäftigten sei groß, was sich negativ auf die Produktivität und das Betriebsklima auswirke. Lies und Cavallo plädieren daher für eine klare Roadmap, die Investitionen, Standortsicherheit und die Transformation hin zur Elektromobilität verbindlich regelt.
Quellen: Welt Online (DE, 24.08.2026 17:50)