Niedersächsischer Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat den Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen, Oliver Blume, scharf für dessen Pläne zu einem umfassenden Sparkurs und möglichen Werksschließungen kritisiert. Wenige Tage vor der Kommunalwahl in Niedersachsen unterstrich Weil in einer Stellungnahme die strategische Bedeutung des Wolfsburger Automobilkonzerns für die gesamte Region und das Land. „Wer sagt, Volkswagen sei zu groß, der macht erstmal den ersten Fehler“, betonte der Ministerpräsident und verwies auf die wirtschaftliche Verantwortung, die mit dem Unternehmen verbunden sei.
Blumes Strategie, Kosten zu senken und Produktionseinheiten zu überprüfen, stößt bei der Landesregierung auf erhebliche Kritik. Weil plädiert stattdessen für Investitionen in Innovation und Elektromobilität sowie für eine zukunftsorientierte Ausrichtung statt für Rückbau. Der Konzern sei „gut aufgestellt“, sagte er, und müsse nun gemeinsam mit Politik, Gewerkschaften und Belegschaft weiterentwickelt werden – nicht geschwächt durch Personalabbau oder Schließungen.
Der Konflikt zwischen Landesregierung und Unternehmensführung spitzt sich damit vor einem wichtigen politischen Termin zu. Die Kommunalwahlen in Niedersachsen gelten als Stimmungsbarometer für die SPD, die traditionell enge Bindungen zum Volkswagen-Konzern unterhält. Die soziale und ökonomische Stabilität in Wolfsburg und den umliegenden Regionen hängt maßgeblich vom Fortbestand des Werks und seiner Beschäftigtenzahl ab. Eine Schließung oder Reduzierung könnte gravierende Folgen für die regionale Wertschöpfungskette haben.
Weil betonte abschließend, dass das Land Niedersachsen weiterhin ein verlässlicher Partner für Volkswagen sein wolle – aber auf Augenhöhe. Ein Abbau von Arbeitsplätzen oder Produktionskapazitäten sei angesichts der globalen Nachfrage nach deutschen Automobilen kontraproduktiv. Die Zukunft liege in Modernisierung, nicht in Rationalisierung auf Kosten der Belegschaft.
Quellen: Der Tagesspiegel