Kabel durchtrennt: Sabotageverdacht an Bahnstrecke bei Backnang

Erneut ist in Baden-Württemberg ein Kabel an einer Bahnstrecke durchtrennt worden, diesmal im Bereich Backnang. Der Vorfall löste bei der Deutschen Bahn umgehend Alarm aus, da solche Beschädigungen erhebliche Sicherheitsrisiken für den Zugverkehr darstellen. Wie die Bundespolizei bestätigte, wurde das Kabel gezielt manipuliert, was den Verdacht auf Sabotage verstärkt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Vorfall im Zusammenhang mit schwerer Störung der öffentlichen Ordnung oder gar politisch motivierter Gewalt steht.

Die betroffene Leitung gehört zu den sicherheitsrelevanten Systemen der Bahninfrastruktur und ist für die Signal- und Sicherungstechnik verantwortlich. Durch die Beschädigung kam es zu erheblichen Zugausfällen und Verspätungen im Regionalverkehr zwischen Stuttgart und Aalen. Fahrgäste mussten stundenlang auf Ersatzverkehr warten, während Techniker der Deutschen Bahn das Kabel notdürftig reparierten. Der reguläre Betrieb konnte erst am Nachmittag wieder aufgenommen werden.

Es ist bereits der dritte ähnliche Vorfall in Baden-Württemberg innerhalb der letzten zwölf Monate. Zuletzt waren Streckenabschnitte bei Karlsruhe und Tübingen von vergleichbaren Sabotageakten betroffen. Die Bundesregierung hatte daraufhin angekündigt, die Überwachung kritischer Infrastruktur zu verstärken. Experten warnen jedoch vor einer Zunahme solcher Angriffe, insbesondere angesichts der zunehmenden Vernetzung technischer Systeme und der politischen Polarisierung in Teilen der Gesellschaft.

Die Landesregierung in Stuttgart verurteilte den jüngsten Vorfall scharf. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sprach von einer „Angriff auf die Sicherheit und Mobilität der Bürgerinnen und Bürger“. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung, insbesondere aus der näheren Umgebung des Tatorts bei Backnang.

Quellen: ZDF Heute – Nachrichten