Libyen als Transitroute für Waffenlieferungen an sudanesische RSF-Miliz

Die sudanesische Regierung hat vor den Vereinten Nationen schwere Vorwürfe gegen die Nutzung libyscher Gebiete für Waffenlieferungen an die rebellenähnliche Rapid Support Forces (RSF) erhoben. In einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats erklärte Sudans UN-Botschafter Al-Harith Idris, dass der östliche Teil Libyens zunehmend als logistische Drehscheibe für militärische Nachschubrouten diene. Besonders der Flughafen Kufra sei dafür ausgebaut und modernisiert worden.

Dem UN-Expertenpanel zufolge hat sich die Zahl der Frachtflüge in dieser Region deutlich erhöht. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass internationale Akteure und verbündete Milizen die instabile Lage in Libyen ausnutzen, um Waffen und Material in den andauernden sudanesischen Bürgerkrieg zu schmuggeln. Die RSF, die seit Jahren im Konflikt mit der sudanesischen Armee steht, profitiert laut den Berichten massiv von diesen Transitrouten.

Die Anschuldigungen werfen erneut ein Schlaglicht auf die fehlende staatliche Kontrolle in großen Teilen Libyens. Trotz internationaler Bemühungen um Stabilisierung bleibt das Land tief gespalten, was es zu einem idealen Korridor für Schmuggel und militärische Unterstützung wird. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, diese Entwicklungen zu überwachen und gegebenenfalls zu unterbinden, ohne die fragile innenpolitische Lage in Libyen weiter zu destabilisieren.

Quellen: AllAfrica – North Africa, AllAfrica – East Africa