Liberias ehemalige Vizepräsidentin Jewel Howard-Taylor sitzt weiterhin in Haft, nachdem das Monrovia City Court am Mittwoch den Antrag ihrer Verteidigung auf Freilassung aus humanitären Gründen abgelehnt hat. Die Entscheidung fiel nur wenige Tage, nachdem Howard-Taylor im Polizeigewahrsam einen medizinischen Notfall erlitten hatte, dessen genaue Umstände bisher nicht öffentlich gemacht wurden.
Howard-Taylor, ehemalige Ehefrau des verurteilten Kriegsverbrechers Charles Taylor, war wegen mutmaßlicher Beteiligung an Drogenhandel und damit verbundenen Straftaten festgenommen worden. Sie bestreitet die Vorwürfe vehement und bezeichnet die Anklage als politisch motiviert, die darauf abziele, ihren Ruf zu schädigen. Dennoch lehnte das Gericht jegliche vorläufige Freilassung ab, was zu wachsender Kritik an der Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft und der Justizbehörden führt.
Die Festnahme einer der prominentesten Politikerinnen des Landes wäre noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen, besonders angesichts ihrer Verbindungen zur Taylor-Familie, die jahrzehntelang großen Einfluss auf die liberianische Politik hatte. Die Tatsache, dass die Justiz nun auch gegen hochrangige Persönlichkeiten vorgeht, wird von manchen Beobachtern als Zeichen einer möglichen Stärkung der Rechtsstaatlichkeit interpretiert – von anderen hingegen als Instrumentalisierung des Justizsystems für politische Zwecke.
Quellen: Liberian Investigator, The Africa Report