Die Berliner Grünen wollen leerstehende Büroimmobilien in dringend benötigten Wohnraum verwandeln – und damit einen neuen Ansatz im angespannten Wohnungsmarkt der Hauptstadt verfolgen. Auf einer Pressekonferenz am Dienstag stellten Parteivertreter ein Konzept vor, das vorsieht, Büroflächen durch modulare Mikro-Wohnungen umzunutzen. Eine solche Wohneinheit umfasst lediglich sechs Quadratmeter, wird aber durch gemeinschaftlich genutzte Küchen, Bäder und Aufenthaltsbereiche ergänzt.
Die Politiker betonten, dass Berlin kein Flächenproblem habe, sondern ein Nutzungsproblem. Viele Bürokomplexe stünden leer, während die Zahl der Wohnungslosen steige und der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter zunehme. Mit gezielten rechtlichen Anpassungen soll es künftig einfacher werden, Bürogebäude in Wohnraum umzuwandeln – auch ohne aufwendige Genehmigungsverfahren.
Experten sehen in dem Vorstoß einen vielversprechenden Ansatz, um kurzfristig mehr Wohnraum zu schaffen. Kritiker werfen den Grünen jedoch vor, die Komplexität der energetischen und baulichen Anforderungen zu unterschätzen. Dennoch könnte das Modell, wenn es erfolgreich ist, als Blaupause für andere Großstädte dienen.
Quellen: Der Tagesspiegel