Mordprozess um kleinen Fabian: Finanzielle Sorgen der Angeklagten im Fokus

Im fortlaufenden Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow rückt die finanzielle Situation der angeklagten 30-Jährigen immer stärker in den Mittelpunkt der Beweisaufnahme. Am dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock hörte die Kammer einen Zeugen aus dem engeren Familienkreis der Beschuldigten, der über ihre angespannte wirtschaftliche Lage aussagte.

Laut den Angaben des Verwandten litt die Frau unter erheblichem finanziellen Druck, der sich bereits Monate vor der Tat niederschlug. Zahlungsverpflichtungen, fehlende Einkünfte und soziale Isolation seien belastend gewesen. Diese Hintergründe könnten laut Beobachtern Einfluss auf das psychische Gleichgewicht der Angeklagten gehabt haben, auch wenn bislang kein direkter Zusammenhang zur Tat hergestellt wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, den Jungen grausam getötet zu haben. Die Verteidigung plädiert auf Schuldfähigkeitsminderung. Das Gericht prüft nun neben forensischen Gutachten auch psychosoziale Faktoren. Weitere Zeugen sollen in den kommenden Sitzungen gehört werden. Der Prozess zieht bundesweite Aufmerksamkeit auf sich und löst Diskussionen über soziale Fürsorge und psychische Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns aus.

Quellen: Der Tagesspiegel