Mord an US-Touristin in Koblenz: 81-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt

Im September 1994 wurde die 24-jährige US-Touristin Amy Lopez in der Nähe einer beliebten Touristenattraktion in Koblenz Opfer eines grausamen Verbrechens: Sie wurde sexuell missbraucht und anschließend erstochen. Jahrzehntelang blieb der Fall ungeklärt, obwohl Ermittler damals bereits Hinweise auf einen Tatverdächtigen hatten. Nun, 32 Jahre später, hat das Landgericht Koblenz den lang erwarteten Urteilsspruch verkündet.

Der 81-jährige Angeklagte, der bereits wegen schwerer Sexualdelikte vorbestraft ist, wurde als Täter identifiziert und zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Entscheidung basiert auf einer DNA-Analyse, die mithilfe moderner Spurentechnik aus alten Beweismitteln gewonnen wurde. Diese Spuren konnten eindeutig mit dem Angeklagten in Verbindung gebracht werden, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte.

Während des Prozesses blieb der Angeklagte weitgehend schweigsam. Erst im Beisein der Angehörigen der Getöteten sprach er seinen bisher längsten Satz – eine knappe Äußerung, deren Inhalt nicht öffentlich gemacht wurde. Die Familie von Amy Lopez zeigte sich nach dem Urteil erleichtert, nannte den Tag jedoch „keinen Tag des Triumphs, sondern der Trauer und späten Gerechtigkeit“.

Der Fall hatte über Jahre hinweg für mediale Aufmerksamkeit gesorgt, nicht zuletzt wegen der jahrzehntelangen Ermittlungsblockade. Experten sprechen nun von einem Meilenstein forensischer Ermittlungsarbeit. Die Polizei in Koblenz betonte, dass auch alte Fälle nicht abgeschrieben würden – dank neuer Technologien könne Gerechtigkeit auch nach Jahrzehnten noch einkehren.

Quellen: ntv – Nachrichten, Der Tagesspiegel