In Mainz häufen sich die Baustellen – doch was oft als Zeichen von Fortschritt und Modernisierung vermarktet wird, sorgt bei vielen Händlern für wachsende Sorge. Zahlreiche Bauprojekte im Stadtzentrum laufen gleichzeitig, ohne dass eine zentrale Koordination erfolgt. Die Folge: erschwerte Erreichbarkeit von Geschäften, fehlende Parkmöglichkeiten und ein Rückgang der Kundenfrequenz.
„Es ist nicht so, dass wir gegen Fortschritt sind“, betont eine Sprecherin des Mainzer Einzelhandelsverbands. „Aber wenn sich jeder Baukran als Symbol des Fortschritts feiern lässt, während die Läden leer bleiben, dann stimmt etwas nicht.“ Besonders betroffen seien die Bereiche um die Kaiserstraße und die Neustadt, wo gleich mehrere Infrastruktur- und Sanierungsmaßnahmen parallel laufen.
Einzelhändler berichten von Umsatzeinbrüchen um bis zu 40 Prozent während der Bauphasen. Kunden scheuten den Weg in die Innenstadt aufgrund von Umleitungen, Lärm und fehlenden Gehwegen. „Wir brauchen keine Baustelle mehr, die den Handel stranguliert“, kritisierte ein Ladeninhaber gegenüber lokalen Medien.
Die Stadtverwaltung hat inzwischen zugesichert, die Kommunikation mit den betroffenen Gewerbetreibenden zu verbessern. Zudem soll eine Taskforce eingerichtet werden, die künftige Baumaßnahmen besser aufeinander abstimmt. Ob diese Maßnahmen jedoch rechtzeitig greifen, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, bleibt abzuwarten. Der Druck auf die Innenstadt wächst – nicht nur durch den Online-Handel, sondern zunehmend auch durch die eigene Stadtplanung.
Quellen: FAZ Online