Die Leipziger Regisseurin Susanne Kim hat mit ihrem neuen Dokumentarfilm „Becoming Kim“ nicht nur eine persönliche Krise verarbeitet, sondern auch ein vielschichtiges Porträt über kulturelle Identität und Beziehungsdynamik geschaffen. Der Anlass für den Film war eine existenzielle Zäsur: Ihr Mann plante, in Südkorea einen Hähnchengrill zu eröffnen – ein Schritt, der für Kim zunächst wie das Ende ihrer Ehe wirkte. Statt sich jedoch scheiden zu lassen, beschloss sie, den Konflikt filmisch zu erforschen.
„Becoming Kim“ begleitet die Paardynamik über Monate, während sie zwischen Leipzig und Seoul pendeln. Der Film zeigt, wie kulturelle Erwartungen, familiärer Druck und berufliche Ambitionen an der Beziehung zerren. Gleichzeitig wird er zur Reise der Selbstfindung: Kim hinterfragt ihre eigene Rolle als Frau, Partnerin und Künstlerin mit koreanischen Wurzeln in Deutschland. Der Titel spielt dabei bewusst mit der Namensänderung nach der Heirat und dem Prozess des „Werden“, der in beiden Ländern anders definiert wird.
Der Film feierte kürzlich seine Premiere und stieß auf positive Resonanz bei Publikum und Kritik. Besonders hervorgehoben wird die ehrliche, oft humorvolle Art, mit der Kim sensible Themen angeht. In Interviews betont sie, dass der Film kein klassisches Happy End biete, aber einen Weg der Annäherung zeige – sowohl zwischen den Partnern als auch zwischen den Kulturen. „Manchmal rettet man eine Beziehung, indem man sie ganz genau hinsieht“, sagt Kim.
Quellen: MDR – Nachrichten (DE, 28.08.2026 13:09)