Ausgangssperre in Khartum aufgehoben – Militär lockert Maßnahmen trotz anhaltendem Konflikt

Die sudanesischen Militärbehörden haben die seit zwei Jahren geltende nächtliche Ausgangssperre in der Hauptstadt Khartum aufgehoben. Die Entscheidung, die auch die Aufhebung des Ausnahmezustands in der Stadt beinhaltet, wurde am Donnerstag bekanntgegeben und tritt unmittelbar in Kraft. Offiziellen Angaben zufolge soll die Maßnahme die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessern und es den Bürgern ermöglichen, rund um die Uhr zu arbeiten und sich frei zu bewegen.

Khartum war vor 18 Monaten nach heftigen Kämpfen zwischen rivalisierenden Militärfraktionen von den Behörden wieder unter Kontrolle gebracht worden. Seitdem hat sich die Sicherheitslage in der Hauptstadt leicht stabilisiert, doch im Westen und Südosten des Landes tobt der bewaffnete Konflikt weiter. Die Aufhebung der Ausgangssperre gilt daher als symbolische Geste der Normalisierung – allerdings unter der ständigen Bedrohung durch neue Eskalationen.

Experten warnen, dass die Maßnahme trotz der positiven Signalwirkung nicht über die anhaltende humanitäre Krise hinwegtäuschen sollte. Millionen Menschen sind weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen, und zahlreiche Regionen bleiben von der Infrastruktur und medizinischen Versorgung abgeschnitten. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung im Sudan mit großer Sorge, insbesondere vor dem Hintergrund der instabilen politischen Lage und der anhaltenden Gewalt in mehreren Bundesstaaten.

Quellen: BBC News – Africa, Africanews EN