Der ehemalige Kommandeur der bosnischen Serben, Ratko Mladić, ist im Alter von 84 Jahren in einem UN-Gefängnis in Den Haag gestorben, wo er eine lebenslange Haftstrafe wegen seiner Rolle im Bosnienkrieg verbüßte. Mladić wurde 2017 wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt, insbesondere für das Massaker von Srebrenica, bei dem mehr als 8.000 bosnische Männer und Jungen getötet wurden.
Sein Tod und das geplante Staatsbegräbnis haben in Serbien zu einem erheblichen Aufschrei geführt. Während einige ihn als nationalen Helden betrachten, empfinden andere dies als eine Verhöhnung der Opfer des Krieges. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat sich bislang noch nicht eindeutig zu den Feierlichkeiten geäußert, was die Meinungen weiter polarisiert. Kritiker befürchten, dass ein Staatsbegräbnis das Erbe der nationalistischen Ideologie, die zu den Konflikten in den 1990er Jahren führte, weiter festigen könnte.
Internationale Beobachter und Menschenrechtsorganisationen haben die Pläne für ein Staatsbegräbnis scharf verurteilt und argumentiert, dass dies die Wunden der Vergangenheit wieder aufreißen könnte. In der serbischen Gesellschaft ist die Diskussion über Mladić und seine Rolle im Krieg nach wie vor ein äußerst sensibles Thema, das tief verwurzelte Konflikte und unterschiedliche Erinnerungen an die Ereignisse der 1990er Jahre widerspiegelt.
Quellen: Spiegel Online, France 24