Die Vereinigten Staaten haben einen afghanischen Staatsbürger, dem zuvor Schutzstatus aufgrund seiner Verbindungen zu US-Militäreinsätzen in Afghanistan gewährt wurde, in die Zentralafrikanische Republik abgeschoben. Wie Al Jazeera berichtet, handelt es sich bei dem Mann um einen Verwandten von Afghanen, die als Dolmetscher oder Helfer für die US-Streitkräfte tätig waren. Er sei einer von mehreren Dutzend Menschen, die kürzlich in das westafrikanische Land deportiert wurden, das weiterhin unter schweren inneren Konflikten und humanitären Krisen leidet.
Die Zentralafrikanische Republik gilt international als eines der instabilsten Länder Afrikas. Trotz der Präsenz von UN-Friedenskräften und regionalen Sicherheitsmissionen tobt im Land weiter ein komplexer Bürgerkrieg zwischen ethnischen und religiösen Gruppen. Die Abschiebung in ein solches Krisengebiet wirft schwerwiegende Menschenrechtsfragen auf, insbesondere da Betroffene dort mit extremer Gewalt, mangelnder medizinischer Versorgung und fehlendem Zugang zu grundlegenden Lebensmitteln konfrontiert sind.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren die US-Regierung scharf dafür, Schutzsuchende in Länder zu deportieren, in denen ihre Sicherheit nicht gewährleistet ist. Experten warnen, dass die Abschiebung nicht nur gegen internationale Schutzabkommen verstoßen könnte, sondern auch das Vertrauen afghanischer Helfer in westliche Sicherheitsgarantien weiter untergräbt. Die genauen Umstände der Deportation sowie die Identität der anderen Betroffenen sind bisher nicht vollständig geklärt.
Quellen: Al Jazeera English