Der seit 2023 andauernde bewaffnete Konflikt in Sudan wird zunehmend als Ergebnis nicht nur interner Machtkämpfe, sondern auch massiver externer Einmischung analysiert. Eine neue Studie des Think Tanks Centre 4s betont, dass die Eskalation zwischen der Sudanesischen Armee (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) durch regionale und internationale Akteure systematisch verschärft wird. Diese nutzen den strategisch wichtigen Landstrich am Roten Meer als Arena für ihre geopolitischen Interessen.
Historischer Hintergrund und aktuelle Dynamik
Seit dem Putsch von Omar al-Bashir im September 1989 war der Sudan wiederholt Schauplatz ideologischer und militärischer Auseinandersetzungen. Nach der Trennung Südsudans 2011 verlor das Land nicht nur erhebliche Ölvorkommen, sondern auch politische Stabilität. Heute sieht die Analyse Parallelen: Auch der gegenwärtige Konflikt werde von außen genährt – durch Waffenlieferungen, diplomatische Rückendeckung und ökonomische Investitionen, die gezielt eine Seite stärken.
Internationale Akteure im Fokus
Besonders kritisiert werden Bestrebungen, den Sudan als logistischen Korridor oder Militärstützpunkt zu nutzen. Während einige Staaten offiziell humanitäre Hilfe leisten, untergraben andere Maßnahmen diese Bemühungen durch heimliche Unterstützung einzelner Fraktionen. Diese Doppelmoral erschwere nicht nur eine Friedenslösung, sondern führe dazu, dass der Konflikt institutionalisiert und langfristig festgeschrieben wird. Experten fordern daher eine unabhängige Untersuchung internationaler Einflussnahme sowie strengere Kontrollen von Waffenexporten in die Region.
Quellen: AllAfrica – East Africa