Guinea-Bissau stimmt über neue Verfassung mit stärkerem Präsidentenamt ab

Am Sonntag hat die Bevölkerung von Guinea-Bissau über eine umstrittene neue Verfassung abgestimmt, die das Präsidentenamt deutlich stärken und das Parlament verkleinern würde. Die Abstimmung markiert einen zentralen Moment im politischen Übergangsprozess des westafrikanischen Landes, der nach einem militärischen Machtwechsel im Jahr 2023 begonnen hatte.

Das vorgeschlagene Verfassungsreferendum sieht vor, die Befugnisse des Präsidenten auszubauen, während die Zahl der Parlamentssitze reduziert werden soll. Kritiker befürchten, dass diese Änderungen dem amtierenden Übergangsführer und Militärs eine dauerhafte politische Dominanz ermöglichen könnten. Die Abstimmung wird daher international und innerhalb des Landes als Test für die Rückkehr zur demokratischen Ordnung vor den für Dezember geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen betrachtet.

Die Wahlkommission berichtete von ruhigen Abläufen an den Urnen, während internationale Beobachter vor möglichen Manipulationen warnten. Die Entscheidung über die neue Verfassung könnte entscheidende Auswirkungen auf die Machtbalance im Land haben und die politische Landschaft nachhaltig verändern. Die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.

Quellen: Africanews EN