Ein Forschungsteam der Universität Kiel hat in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig eine besorgniserregende Entdeckung gemacht: Auf Plastikmüll in den Ozeanen siedeln sich spezielle Bakteriengemeinschaften an, die sich genetisch deutlich von natürlichem Plankton unterscheiden.
Die Wissenschaftler untersuchten sogenannte Biofilme auf Plastikteilen in Müllstrudeln des Pazifiks. Diese künstlichen Lebensräume entwickeln eigene mikrobielle Ökosysteme, die sich von der natürlichen Meeresumwelt abgrenzen. „Das ist eine schlechte Nachricht für das marine Gleichgewicht“, erklärt die Kieler Meeresbiologin Dr. Lena Hoffmann.
Neue Herausforderungen für Ökosysteme
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Plastikverschmutzung nicht nur durch sichtbaren Müll, sondern auch auf mikrobieller Ebene das marine Leben verändert. Die Kieler Wissenschaftler warnen vor den langfristigen Folgen dieser Entwicklung für die Ostsee und andere Meeresgebiete. Weitere Studien sollen nun klären, wie sich diese künstlichen Lebensräume auf das Nahrungsnetz auswirken.
Quellen: MDR – Nachrichten