Ein großangelegtes Agrarprojekt des saudi-arabischen Unternehmens Saudi Star Agricultural Development Plc in der äthiopischen Region Gambella steht erneut in der Kritik. Eine Untersuchung der nigerianischen Publikation Premium Times enthüllt, dass ein Großteil der 14.020 Hektar umfassenden Fläche mehr als 15 Jahre nach Projektbeginn weiterhin brachliegt.
Das Vorhaben, das ursprünglich als Modell für landwirtschaftliche Entwicklung und Nahrungsmittelsicherheit gepriesen wurde, sollte hauptsächlich den Anbau von Reis fördern. Tatsächlich jedoch blieben die versprochenen wirtschaftlichen Vorteile für die lokale Bevölkerung bislang aus. Stattdessen berichten lokale Quellen von Vertreibungen, eingeschränktem Zugang zu traditionellen Weidegründen und ökologischen Schäden.
Die Leerstehung so großer Landflächen wirft Fragen über die Transparenz und Wirksamkeit ausländischer Landinvestitionen in Äthiopien auf. Kritiker sehen in solchen Projekten oft mehr eine Ausbeutung von Ressourcen als eine Entwicklungshilfe. Die Regierung in Addis Abeba hatte in der Vergangenheit zahlreiche Großinvestitionen aus dem Ausland gefördert, oft unter dem Vorwand der Modernisierung der Landwirtschaft.
Die Debatte um das Saudi-Star-Projekt belebt erneut die Diskussion über die sozialen und ökologischen Kosten großer Agrarinvestitionen in Entwicklungsländern. Während Investoren oft langfristige Pläne angeben, bleibt die Realität für viele Betroffene von Enttäuschung und Verdrängung geprägt.
Quellen: Addis Standard, Premium Times