Münchens Fernkältenetz: Vorreiter für nachhaltige Innenstadt-Kühlung

Während viele deutsche Städte unter der zunehmenden Hitzebelastung leiden, zeigt München mit seinem Fernkältenetz, wie klimafreundliche Abkühlung im städtischen Raum funktionieren kann. Das rund 25 Kilometer lange Netz versorgt mittlerweile zahlreiche Gebäude in der Innenstadt mit natürlicher Kälte – ein Modell, das bundesweit Schule machen könnte.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Klimaanlagen, die durch lokale Abwärme die städtische Hitze weiter verstärken, nutzt das Münchner System zentrale Kälteerzeugung. Die Kälte wird in einem zentralen Kraftwerk erzeugt und über ein unterirdisches Rohrsystem an Bürokomplexe, Krankenhäuser, Museen und öffentliche Einrichtungen verteilt. Besonders innovativ: Ein Teil der Kälte stammt aus Tiefbrunnenwasser oder wird nachts gewonnen, wenn der Energiebedarf niedriger ist.

Die Münchner Stadtwerke, Betreiber des Netzes, betonen den ökologischen Vorteil: „Wir vermeiden jährlich Tausende Tonnen CO₂-Emissionen und reduzieren die Wärmebelastung in der Innenstadt deutlich“, so ein Sprecher. Angesichts der zunehmenden Hitzewellen in Bayern gewinnt das System an strategischer Bedeutung. Auch andere bayerische Städte wie Nürnberg und Augsburg prüfen derzeit ähnliche Vorhaben.

Das Fernkältenetz ist Teil der langfristigen Klimaschutzstrategie Münchens, die bis 2035 klimaneutral werden will. Experten sehen das Projekt als vorbildlich für nachhaltige urbane Infrastruktur – besonders in Zeiten, in denen der Energieverbrauch durch Kühlung rasant steigt.

Quellen: FAZ Online