Obwohl die Zahl der Kinder in Thüringen in den letzten Jahren gesunken ist, bleibt die Lage in den Kindertagesstätten angespannt. Laut einer aktuellen Umfrage des Paritätischen Gesamtverbands beklagen zwei Drittel der Kitas in Ostdeutschland weiterhin erheblichen Personalmangel – ein Trend, der auch Thüringen stark betrifft. Die Entspannung am Betreuungsmarkt, die aufgrund der demografischen Entwicklung erwartet wurde, bleibt aus.
Die Gründe sind vielfältig: Neben niedrigen Löhnen und hohen Arbeitsbelastungen spielen auch strukturelle Probleme eine Rolle. Viele pädagogische Fachkräfte verlassen den Beruf frühzeitig oder wechseln in andere Bundesländer, wo die Arbeitsbedingungen besser sind. In ländlichen Regionen Thüringens ist die Situation besonders prekär – dort sind Stellen oft monatelang unbesetzt.
Der Paritätische Gesamtverband fordert daher eine bundesweite Aufwertung des Erzieherberufs, mehr staatliche Investitionen in die Ausbildung und bessere Rahmenbedingungen in den Kitas. „Wir brauchen dringend eine Verbesserung der Bezahlung und mehr Anerkennung für die Arbeit“, sagt eine Sprecherin des Verbandes. Auch die Thüringer Landesregierung steht unter Druck, gezielte Maßnahmen zu ergreifen – etwa durch Zulagen für Fachkräfte im ländlichen Raum oder durch den Ausbau von Ausbildungsplätzen an Fachschulen.
Ohne konkrete Verbesserungen drohen weitere Schließungen von Gruppen – mit negativen Folgen für Familien und die frühkindliche Bildung in Thüringen.
Quellen: Der Tagesspiegel