Sudanesische Flüchtlinge in Osttschad demonstrieren für humanitäre Hilfe

Im Osten des Tschads haben Dutzende sudanesische Flüchtlinge einen 20 Kilometer langen Marsch vom Marra-Flüchtlingscamp in die Stadt Amliouna unternommen, um verstärkte humanitäre Unterstützung einzufordern. Die Flüchtlinge berichten von unzureichender Versorgung mit Nahrung, Wasser und medizinischer Betreuung, was sich durch die anhaltende Krise im benachbarten Sudan weiter verschärft.

Gleichzeitig hat starkes Regenwetter in der Region erhebliche Schäden angerichtet. Im Mile-Flüchtlingscamp in der Nähe von Guéréda wurden zahlreiche Behausungen durch heftige Winde und Überschwemmungen beschädigt. Hilfsorganisationen warnen vor einer sich verschlechternden Lage, insbesondere für Kinder und ältere Menschen, die besonders anfällig für Krankheiten wie Cholera und Atemwegsinfektionen sind.

Der Tschad beherbergt eine der größten Flüchtlingspopulationen in der Region, darunter über eine Million Menschen, die vor dem Bürgerkrieg im Sudan geflohen sind. Die Infrastruktur der Camps ist überlastet, und die internationale Unterstützung bleibt laut Experten hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Die Protestaktion der Flüchtlinge unterstreicht wachsende Frustration über die langsame Reaktion der Hilfsmechanismen.

Kritische Lage in den Camps

Die maroden Unterkünfte im Mile-Camp könnten bei anhaltendem Regen noch weiter einstürzen, warnen Mitarbeiter lokaler NGOs. Zwar seien Notfallteams vor Ort, doch fehle es an Material für Reparaturen und an Transportmitteln, um Hilfsgüter schnell zu verteilen. Die Regenzeit erschwert zudem die Zugänglichkeit der abgelegenen Region erheblich.

Die Vereinten Nationen und Partnerorganisationen rufen erneut zu mehr Spenden und schnelleren Lieferungen auf, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Bislang bleibt jedoch unklar, wann die Forderungen der Demonstranten aus Marra konkret umgesetzt werden.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Central Africa