Die angespannte politische Lage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt sich auch in der Zunahme von Übergriffen auf Journalistinnen und Journalisten. Die Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten (dju) dokumentiert aktuell mindestens 30 Vorfälle innerhalb der letzten drei Monate, bei denen Reporter bei Berichterstattung über AfD-Veranstaltungen angegriffen, bedroht oder eingeschüchtert wurden.
Zu den Vorfällen zählen verbale Drohungen, körperliche Attacken sowie gezielte Behinderung der Arbeit durch Teilnehmer und manchmal auch durch Einsatzkräfte. Die dju wirft der Polizei vor, in mehreren Fällen unzureichend reagiert zu haben – sei es durch fehlende Prävention oder verspätete Eingriffe. „Pressefreiheit darf nicht zur Nebensache werden, besonders nicht in Wahlkampfzeiten“, betonte ein Sprecher der Gewerkschaft.
Die Häufung der Vorfälle sorgt bundesweit für Empörung. Auch CDU-Politiker wie Wolfgang Bosbach mahnen an, dass die Debatte nicht entgleiten dürfe. Er warnte: „Wenn wir alle nur beschimpfen, die ihr Kreuz bei der AfD machen, holen wir sie nicht zurück.“ Stattdessen brauche es eine bessere politische Leistung – auch in Berlin –, um die gesellschaftliche Spaltung zu verringern. Dennoch bleibt die Sicherheit der Medienmitarbeiter ein drängendes Thema, das die Integrität des demokratischen Prozesses berührt.
Quellen: FAZ Online (DE, 03.09.2026 12:42), Welt Online (DE, 03.09.2026 11:57)