Ein neu gegründetes Ausbildungszentrum in Garoua im Norden Kameruns leistet Pionierarbeit in der beruflichen Qualifizierung junger Frauen. Das Zentrum Gaaraadji vermittelt praktische Fähigkeiten in der kompletten Wertschöpfungskette der Textilproduktion – von der lokalen Baumwolle bis zum fertigen Stoff. Obwohl die Einrichtung noch bescheidene Kapazitäten hat, eröffnet sie den Teilnehmerinnen neue wirtschaftliche Perspektiven und trägt zur Entwicklung seltener Handwerkskompetenzen bei.
Kamerun ist eines der wichtigsten Baumwollerzeuger Westafrikas, exportiert die Rohbaumwolle aber bisher größtenteils unverarbeitet. Mit Initiativen wie Gaaraadji soll mehr Wert innerhalb des Landes geschaffen werden. Durch die lokale Verarbeitung kann nicht nur die Abhängigkeit von Importen verringert, sondern auch eine Grundlage für kleine Unternehmen und nachhaltige Beschäftigung gelegt werden. Besonders für Frauen in ländlichen Regionen bietet dies eine seltene Chance auf Unabhängigkeit und soziale Teilhabe.
Die Trainerinnen und Mentoren am Zentrum betonen, dass neben technischen Fähigkeiten auch unternehmerisches Denken gefördert wird. Ziel sei es, dass einige Absolventinnen eigene Nähateliers gründen oder in lokalen Genossenschaften arbeiten können. Experten sehen in solchen Initiativen einen wichtigen Baustein für die wirtschaftliche Diversifizierung Kameruns – besonders in einer Region, die oft unter wirtschaftlicher Marginalisierung und Bildungsarmut leidet.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Business