Tunesien kämpft derzeit mit einer extremen Hitzewelle, bei der die Temperaturen in weiten Teilen des Landes auf nahezu 50 °C ansteigen. Die ungewöhnlich heißen Bedingungen verschärfen die bereits seit Jahren bestehende strukturelle Wasserknappheit und führen zu flächendeckenden Wasserkürzungen sowie Stromausfällen. Besonders betroffen sind ländliche Regionen im Süden und Zentrum des Landes, wo die Versorgung mit Trinkwasser zunehmend unzuverlässig wird.
Die Regierung hat Notmaßnahmen eingeleitet, darunter die Koordination von Wasserlieferungen per Tankwagen und die rationierte Verteilung in betroffenen Gemeinden. Doch diese Maßnahmen reichen vielen Bürgern nicht aus. In mehreren Städten wächst die Unzufriedenheit mit der Regierung, die für unzureichende Vorbereitung auf den Klimawandel und mangelnde Infrastruktur kritisiert wird. Proteste blieben bisher aus, aber die soziale Spannung steigt.
Tunesien leidet seit Jahren unter wiederkehrenden Dürreperioden, die durch den Klimawandel verstärkt werden. Laut Experten ist das Land einer der am stärksten von Wasserknappheit betroffenen Staaten Nordafrikas. Die aktuelle Hitzewelle unterstreicht erneut die Dringlichkeit langfristiger Lösungen – von modernen Bewässerungssystemen bis hin zu Investitionen in Entsalzungsanlagen.
Quellen: France 24 – Africa