Die Stadt Calw im baden-württembergischen Nordschwarzwald setzt auf unkonventionelle Mobilität: Zwei Rutschen verbinden künftig den Stadtgarten mit der Innenstadt. Mit einer Länge von 43 und 17 Metern sollen die Stahlrutschen nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen einen schnellen und spaßvollen Weg ins Stadtzentrum ermöglichen. Die Idee entstand im Rahmen einer städtebaulichen Aufwertungsmaßnahme, die den Stadtgarten attraktiver machen soll.
Die Rutschen wurden speziell für den Hangverlauf konstruiert, der natürliche Neigung nutzt, um Geschwindigkeiten von bis zu 35 km/h zu erreichen. Sicherheitsvorkehrungen wie rutschfeste Beläge, Geländer und eine kontrollierte Einfahrtzone wurden integriert. Dennoch steht die endgültige Freigabe noch aus: Der TÜV muss die Konstruktion auf Stabilität, Nutzersicherheit und Witterungsbeständigkeit prüfen, bevor der Betrieb beginnen darf.
Die Stadtverwaltung betont, dass die Rutschen kein bloßes Touristen-Appeal, sondern Teil einer nachhaltigen Verkehrskonzeption seien. Sie sollen dazu anregen, kurze Strecken ohne Auto zurückzulegen – eben auf ungewöhnliche Weise. „Wir wollen mitdenken, nicht nur nachbessern“, so ein Sprecher der Stadt. In den sozialen Medien löste das Projekt bereits Diskussionen aus: Während viele Bürger*innen Begeisterung zeigen, sorgen sich andere um mögliche Unfälle oder Lärmbelästigung.
Die Rutschen werden voraussichtlich im Herbst in Betrieb gehen. Sollte das Modell in Calw erfolgreich sein, könnte es als Vorbild für andere hügelige Städte in Baden-Württemberg dienen. Auch in Freiburg, Tübingen oder Heidelberg, wo Hanglagen ebenfalls Herausforderungen für die Mobilität darstellen, wird bereits über ähnliche Projekte diskutiert.
Quellen: FAZ Online