Der südafrikanische öffentlich-rechtliche Radiosender SAFM hat sich offiziell für die Ausstrahlung von unüberprüften und diskriminierenden Aussagen über Einwanderer entschuldigt. Die Rundfunkregulierungsbehörde South African Broadcasting Corporation (SABC) stellte fest, dass SAFM während eines Interviews mit Jacinta Ngobese-Zuma, Führungsfigur der Bewegung „March and March“, gegen den Rundfunkkodex verstoßen hatte.
Ngobese-Zuma hatte in der Sendung pauschale und nicht belegte Behauptungen über ausländische Migranten aufgestellt, darunter die Behauptung, sie seien für eine Zunahme von Kriminalität und sozialer Instabilität verantwortlich. Diese Äußerungen wurden von Zuschauern und zivilgesellschaftlichen Organisationen scharf kritisiert, die vor einer weiteren Eskalation von Fremdenfeindlichkeit warnten.
Die Medienaufsichtsbehörde wies SAFM zudem an, künftig sicherzustellen, dass alle im Rahmen von Diskussionen geäußerten Behauptungen sachlich überprüft und kontextualisiert werden. SAFM erklärte in einer Stellungnahme, man bedauere die Ausstrahlung der Aussagen und bekräftige das Engagement für verantwortungsvolle Berichterstattung. Der Sender kündigte an, zusätzliche Schulungen für Redakteure und Moderator:innen zum Umgang mit sensiblen Themen wie Migration und Diskriminierung einzuführen.
Die Debatte unterstreicht die anhaltende Spannung in Teilen der südafrikanischen Gesellschaft hinsichtlich der Rolle von Migranten. Beobachter warnen, dass populistische Rhetorik in den Medien zu sozialem Konflikt beitragen könne, insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa