EU kritisiert Serbien wegen Mladic-Tributen

Die jüngsten Ereignisse rund um die Trauerfeier für den verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladic werfen einen Schatten auf Serbiens Bestrebungen, der Europäischen Union beizutreten. Marta Kos, die EU-Erweiterungskommissarin, hat ihren Besuch in Belgrad abgesagt und dies als Protest gegen die ‚Verherrlichung‘ Mladics nach seinem Tod interpretiert.

Präsident Aleksandar Vucic reagierte auf die Kritik mit den Worten, es sei ’stupid, wie gewohnt‘, und wies die Bedenken der EU zurück. Die EU betrachtet die Handhabung von Mladics Beerdigung als wichtigen Test für Serbiens Fortschritte auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft.

Der Umgang mit Mladic, der für seine Rolle im Bosnienkrieg 1992-1995 bekannt ist, könnte entscheidend für die zukünftigen Verhandlungen über eine EU-Mitgliedschaft Serbiens sein. Die Reaktionen innerhalb des Landes auf Mladics Tod zeigen, dass die Erinnerung an den Krieg und die damit verbundenen Konflikte in der serbischen Gesellschaft nach wie vor tief verwurzelt sind.

Quellen: Balkan Insight, Euronews