Streit um Schulbegleitungen: Zwei Hamburger Sonderschulen setzen Schulpflicht aus

Ein eskalierender Konflikt um die Bewilligung von Schulbegleitungen für Kinder mit besonderem Förderbedarf hat in Hamburg zu einer beispiellosen Maßnahme geführt: Zwei Sonderschulen haben nach Berichten der Welt Online die Schulpflicht für betroffene Schüler vorübergehend ausgesetzt. Grund ist die geänderte Praxis der Hamburger Schulbehörde, nach der Begleitmaßnahmen strenger geprüft und in vielen Fällen nicht mehr genehmigt werden. Dadurch fehlen an den betroffenen Schulen dringend benötigte pädagogische Hilfen, sodass ein regulärer Unterricht nicht mehr gewährleistet ist.

Eltern wurden in mehreren Fällen schriftlich gebeten, ihre Kinder vorübergehend zu Hause zu betreuen, bis eine dauerhafte Lösung gefunden sei. Betroffene Familien sprechen von einem Vertrauensbruch und warnen vor gravierenden sozialen und pädagogischen Folgen. „Mein Kind hat das Recht auf Bildung, nicht auf Ausschluss“, zitiert die Quelle eine betroffene Mutter, die anonym bleiben möchte.

Die Hamburger Schulbehörde verteidigt ihre Vorgehensweise und betont, dass die Neuausrichtung der Bewilligungspraxis notwendig sei, um Ressourcen gezielter einzusetzen. Man prüfe nun intensiv die Lage an den betroffenen Schulen, wolle aber keine pauschalen Zugeständnisse machen. Kritiker werfen der Behörde jedoch vor, die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen systematisch zu ignorieren.

Die Opposition im Hamburger Parlament fordert eine sofortige Aufklärung und eine Rücknahme der neuen Regelungen. Die Debatte wirft auch grundsätzliche Fragen über die Inklusion im Hamburger Schulsystem auf – besonders vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen und knapper Haushaltsmittel.

Quellen: Welt Online