Die Zahl der Kinder in Pflegefamilien in Berlin ist weiterhin hoch, doch das Angebot an geeigneten Plätzen reicht nicht aus. Laut Angaben der Berliner Jugendverwaltung lebten im Jahr 2025 insgesamt 2.001 Kinder und Jugendliche außerhalb ihres Elternhauses in einer Pflegefamilie. Besonders kritisch sei die Situation bei älteren Kindern: Für Jugendliche im Teenageralter fehle es an geeigneten Aufnahmefamilien.
„Wir brauchen dringend mehr Menschen, die bereit sind, ein Kind oder einen Jugendlichen in ihre Familie aufzunehmen“, sagte eine Sprecherin der Jugendverwaltung am Freitag. Gerade Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Traumata oder aus schwierigen familiären Verhältnissen hätten oft lange Wartezeiten, bis ein passender Platz gefunden werde. Auch die Diversität der Pflegefamilien müsse verbessert werden, um kulturelle und sprachliche Hintergründe der Kinder besser abbilden zu können.
Pflegeeltern erhalten eine monatliche Entschädigung und regelmäßige Beratung durch Fachkräfte. Dennoch bleibt die Bereitschaft zur Übernahme oft gering, insbesondere wenn es um Geschwistergruppen oder Jugendliche mit herausforderndem Verhalten geht. Die Senatsverwaltung startet daher in den kommenden Wochen eine neue Informationskampagne, um potenzielle Pflegefamilien gezielt anzusprechen und Ängste abzubauen.
Quellen: Der Tagesspiegel