Analyse: Türkei kann Iran nicht als regionale Macht ersetzen

In einer aktuellen Analyse des Middle East Monitor wird die weitverbreitete Vorstellung hinterfragt, die Türkei könne als regionaler Ersatz für den Iran fungieren. Experten argumentieren, dass dieser Vergleich auf falschen Annahmen beruhe, da beide Länder völlig unterschiedliche geopolitische Grundlagen und Ambitionen hätten.

Unterschiedliche Strategien

Während der Iran seine regionalen Einflüsse vor allem durch schiitische Netzwerke und Milizen ausbaue, verfolge die Türkei eine andere Strategie. Ankara setze eher auf wirtschaftliche Zusammenarbeit, diplomatische Initiativen und in begrenztem Umfang auf militärische Präsenz, so die Analyse. Die türkische Außenpolitik sei zudem stärker in westliche Bündnisse eingebettet als die des isolierten Iran.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein Machtvakuum des Iran nicht automatisch von der Türkei gefüllt werden würde. Vielmehr würde dies zu einer komplexeren Neuordnung regionaler Allianzen führen, an der mehrere Akteure beteiligt wären.

Quellen: Middle East Monitor