Integrative Kita in Jena nutzt Gebärden- und Bildsprache für inklusive Kommunikation

In der integrativen Kindertagesstätte „Billy“ in Jena ist Gebärdensprache fester Bestandteil des täglichen Miteinanders. Kinder mit und ohne Sprachentwicklungsverzögerungen lernen hier gemeinsam, sich über Gesten und Bildsymbole verständlich zu machen. Dieses kommunikative Konzept trägt dazu bei, dass alle Kinder gleichermaßen am Gruppenleben teilhaben können.

Die pädagogischen Fachkräfte setzen gezielt sogenannte unterstützende und erweiternde Kommunikationsformen (UK) ein. Bereits im Morgenkreis werden Begriffe wie „Guten Morgen“, „Frühstück“ oder „Spielzeit“ mit Gebärden begleitet. Auch Bildtafeln helfen dabei, Abläufe strukturiert darzustellen – besonders wichtig für Kinder mit Autismus oder anderen Entwicklungsbesonderheiten.

Doch nicht nur diese Kinder profitieren: Auch jene ohne Förderbedarf entwickeln durch die visuell-gestische Unterstützung ein früheres Verständnis für komplexe Inhalte. Die Methode stärkt das Gemeinschaftsgefühl und reduziert Kommunikationsfrustrationen. Eltern berichten von positiven Effekten bereits im Familienalltag, wenn ihre Kinder spontan gelernte Gebärden zu Hause einsetzen.

Die Kita Billy gilt als Vorzeigeprojekt für inklusive Pädagogik in Thüringen. Träger und Bildungsexpert*innen sehen in dem Ansatz einen wichtigen Baustein für eine barrierefreiere frühkindliche Bildung. Langfristig könnte das Modell auch andere Einrichtungen im Freistaat inspirieren, Kommunikation neu zu denken.

Quellen: MDR – Nachrichten