Am Samstagmorgen verwandelte sich der Alexanderplatz in eine lebendige Bühne für das geschriebene Wort: Rund um die Uhr fand dort ein Lese-Flashmob statt, organisiert von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB). Mit Aktionen wie einem Kinder-Lese-Orchester und einer Silent-Reading-Party wollten die Bibliotheken ein deutliches Zeichen setzen – für eine moderne, gut ausgestattete und zukunftsfähige Bibliothekslandschaft in der Hauptstadt.
Die Veranstaltung war Teil einer breiteren Kampagne, die auf die prekäre finanzielle und personelle Lage der Berliner Bibliotheken aufmerksam machen soll. Trotz ihrer zentralen Rolle im kulturellen und bildungspolitischen Leben der Stadt kämpfen viele Standorte mit veralteter Technik, mangelnder Personaldecke und rückständigen Infrastrukturen. Die Initiatoren des Flashmobs betonten, dass Bibliotheken heute mehr denn je Orte der Bildung, Digitalisierung und gesellschaftlichen Teilhabe seien.
„Lesen ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht“, hieß es von den Veranstaltern. Die kreative Form des Protests zielte darauf ab, auch jüngere Menschen zu erreichen und das Interesse an öffentlichen Bibliotheken neu zu entfachen. Gleichzeitig richtete sich die Aktion an die Politik: Mit Blick auf den Haushaltsplan fordern die Bibliotheken eine stärkere finanzielle Unterstützung, um ihre Angebote langfristig sichern zu können.
Quellen: Der Tagesspiegel