TU München unter Beschuss: Forscher kritisieren Verzerrung in E-Auto-Studie

Eine aktuelle Studie der Technischen Universität München (TU) zur Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen gerät zunehmend unter wissenschaftlichen Druck. Die Untersuchung, die als Grundlage für EU-weite Klimapolitik dienen soll, wird nun von beteiligten niederländischen Forschern scharf kritisiert. Diese berichten von einer „heftigen Verzerrung“ ihrer Ergebnisse in der finalen Fassung der Münchner Publikation.

Die TU-München-Studie kommt zu dem Schluss, dass Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern deutlich geringere CO₂-Emissionen über ihren Lebenszyklus verursachen – eine Aussage, die politisch stark gewirkt hat. Doch die kritischen Experten aus den Niederlanden, deren Daten und Modelle zitiert wurden, bestreiten diese Interpretation. Sie betonen, dass ihre originären Analysen keine so eindeutige Überlegenheit der E-Mobilität belegen würden, insbesondere bei Nutzung von Kohlestrom oder kurzen Fahrleistungen.

Die Vorwürfe werfen Fragen über die wissenschaftliche Integrität und Transparenz der Studie auf. Die TU München hat bislang nicht öffentlich auf die Kritik reagiert. Sollte sich die Behauptung der Verzerrung bestätigen, könnte dies nicht nur die Glaubwürdigkeit der Hochschule beeinträchtigen, sondern auch die Grundlage aktueller EU-Verordnungen zur Abschaltung von Verbrennungsmotoren infrage stellen. Die Debatte unter Fachleuten wird intensiv weitergeführt – mit möglichen Auswirkungen auf die deutsche und europäische E-Mobilitätsstrategie.

Quellen: Spiegel Online, FAZ Online