Kunstprojekt in Frankfurt: Toni Wombacher verwandelt Evangelische Akademie in zweijährige Ausstellung

In Frankfurt entsteht ein außergewöhnliches Langzeit-Kunstprojekt: Die Künstlerin Toni Wombacher bespielt für einen Zeitraum von zwei Jahren die gesamte Evangelische Akademie Frankfurt. Anstatt eine klassische Galerieausstellung zu belegen, integriert sie ihre Arbeiten direkt in die alltägliche Architektur des Hauses – zwischen Treppenhäusern, Garderoben und Konferenzstühlen.

Wombacher beschreibt das Projekt als bewusste Abkehr von der Freiheit des weißen Raums. ‚Zu viel Freiheit ist für mich gar nicht gut‘, sagt sie in einem Interview. Stattdessen nutzt sie die vorgefundenen Strukturen als Inspirationsquelle und setzt mit Lichtinstallationen, Pinselstrichen und räumlichen Eingriffen subtile Akzente im täglichen Nutzungskontext. Dadurch wird das Gebäude selbst zum Träger der Kunst.

Das Projekt läuft bis 2028 und richtet sich bewusst an Besucher:innen, die nicht primär wegen der Kunst kommen – etwa Tagungsteilnehmer oder Mitarbeiter. So erfährt die Institution eine sanfte Transformation: Kunst wird zum stillen Begleiter des Alltags, statt im Rampenlicht zu stehen.

Die Evangelische Akademie sieht das Vorhaben als Brücke zwischen Kultur, Bildung und Gesellschaft. ‚Es geht darum, Räume neu wahrzunehmen und Denkanstöße zu geben – gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche‘, heißt es seitens der Akademieleitung. Die Reaktionen der Nutzer seien bisher überwiegend positiv und neugierig.

Quellen: FAZ Online