PISA-Studie bestätigt Kritik: Hessens Wirtschaft besorgt über mangelnde Grundkenntnisse bei Azubis

Die jüngste PISA-Studie hat die langjährigen Bedenken der hessischen Wirtschaftsverbände eindrücklich bestätigt: Zahlreiche Auszubildende verfügen über gravierende Defizite in grundlegenden Kompetenzen wie Lesen und Rechnen. Obwohl die Studie keine direkte ländervergleichende Bewertung der Schulsysteme vornimmt, zeigen die Daten aus Hessen alarmierende Tendenzen, die sich direkt auf die Berufsausbildung auswirken.

Vertreter der Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie des hessischen Handwerkstags berichten seit Jahren von Nachhilfebedarf bereits in den ersten Lehrjahren. „Wir stellen immer häufiger fest, dass Azubis einfache Rechnungen nicht lösen oder Arbeitsanweisungen nicht korrekt erfassen können“, sagte ein Sprecher des hessischen Wirtschaftsrats. Die PISA-Ergebnisse lieferten nun wissenschaftliche Bestätigung für diese Alltagserfahrungen.

Als Reaktion darauf fordern die Verbände eine stärkere individuelle Förderung bereits in der Sekundarstufe, insbesondere für Schüler mit Migrationshintergrund oder sozial schwachem Umfeld. Zudem plädieren sie für engeren Austausch zwischen Schulen und Betrieben, um den Übergang in die duale Ausbildung zu erleichtern. Gleichzeitig wird betont, dass Hessen auch positive Ansätze verfolge – etwa in der berufsorientierten Bildung – die ausgebaut werden müssten.

Quellen: FAZ Online