In der Gambias Hauptstadt Banjul und weiteren Städten haben am Mittwoch massive Proteste gegen die andauernde Energiekrise stattgefunden. Bürgerinnen und Bürger beklagen monatelange, teils tagelange Stromunterbrechungen, die Alltag, Wirtschaft und Gesundheitsversorgung schwer beeinträchtigen. Die Unzufriedenheit hat nun einen Höhepunkt erreicht – Demonstrant:innen forderten öffentlich den Rücktritt von Präsident Adama Barrow.
Die Proteste ereignen sich nur wenige Monate vor den für Dezember angesetzten Präsidentschaftswahlen, was die politische Brisanz erhöht. Augenzeugen berichten von dichten Menschenmengen, die mit Schildern und Parolen durch Banjul zogen. „Kein Licht, keine Zukunft – Barrow muss gehen!“, skandierten Teilnehmer:innen. Die Polizei blieb zunächst zurückhaltend, verstärkte aber ihre Präsenz an strategischen Punkten der Stadt.
Die gambische Regierung reagierte bisher nur zögerlich auf die Krise. Offizielle Erklärungen sprachen von technischen Defekten und Treibstoffknappheit bei den Kraftwerken. Kritiker werfen der Regierung jedoch mangelnde Investitionen in die Infrastruktur und Inkompetenz vor. Internationale Partner hatten in der Vergangenheit Unterstützung bei der Modernisierung des Energiesystems zugesagt, doch Fortschritte blieben bislang aus.
Beobachter warnen, dass die soziale Spannung weiter steigen könnte, falls sich die Lage nicht rasch verbessert. Die Proteste könnten das politische Umfeld vor den Wahlen nachhaltig verändern und die Chancen oppositioneller Kräfte stärken.
Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Business