In bayerischen Schulen bleibt der gemeinsame Religionsunterricht für evangelische und katholische Schüler weiter die Ausnahme. Obwohl in anderen Bundesländern wie Niedersachsen bereits ein gemeinsames Modell etabliert wird, zeigt das bayerische Kultusministerium keine Absicht, diesem Beispiel zu folgen. Stattdessen wird am bestehenden System festgehalten, bei dem konfessionell getrennt unterrichtet wird.
Ein Sprecher des Ministeriums betonte, dass die religiöse Bildung in Bayern stark an den jeweiligen Kirchen orientiert bleibe und eine enge Zusammenarbeit mit diesen institutionell verankert sei. Auch die katholische und evangelische Kirche in Bayern sehen derzeit keinen Bedarf für eine Umstrukturierung. Man wolle die konfessionelle Identität in der Schule bewahren, hieß es aus kirchlichen Kreisen.
Das Thema gewinnt angesichts sinkender Schülerzahlen in ländlichen Regionen an Relevanz: In manchen Schulen ist die Zahl der Schüler pro Konfession so gering, dass ein getrennter Unterricht organisatorisch kaum noch zu stemmen ist. Dennoch wird in München kein flächendeckender Wechsel zu einem gemeinsamen „Reli“-Unterricht in Erwägung gezogen. Das Modell bleibe eine Option für Einzelfälle – aber keine zentrale bildungspolitische Richtung.
Quellen: Süddeutsche Zeitung