Mosambik: Oppositionsführer Venâncio Mondlane wegen Hochverrats angeklagt

Der führende mosambikanische Oppositionspolitiker Venâncio Mondlane wird wegen Hochverrats vor Gericht gestellt. Ihm wird vorgeworfen, eine zentrale Rolle bei den Massenprotesten zwischen November 2024 und März 2025 gespielt zu haben, die gegen die als gefälscht kritisierten Präsidentschaftswahlen vom 9. Oktober 2024 gerichtet waren. Die Anklage wirft Mondlane vor, die öffentliche Ordnung untergraben und die staatliche Autorität herausgefordert zu haben.

Die Proteste, die landesweit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen führten, endeten mit einem hohen Blutzoll: Laut Berichten kamen mehr als 350 Demonstranten durch Polizeigewalt ums Leben. Bis heute wurden keine Polizeibeamten strafrechtlich verfolgt. Zudem sitzen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen weiterhin über 1.000 Personen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Haft – eine Praxis, die als schwerer Verstoß gegen die Rechtsstaatlichkeit gilt.

Die Anklage gegen Mondlane wird international als Versuch wahrgenommen, politische Opposition zu kriminalisieren. Beobachter warnen, dass ein solches Vorgehen das ohnehin angespannte politische Klima im Land weiter verschärfen könnte. Mosambik steht seit den umstrittenen Wahlen vor tiefen gesellschaftlichen Spaltungen, während die Regierung unter Präsident Filipe Nyusi weiterhin internationale Anerkennung beansprucht, obwohl unabhängige Wahlbeobachter massive Unregelmäßigkeiten dokumentiert hatten.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa